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Die Sprachlernplattform Preply befragte Deutsche zu ihrer Einstellung zur Partnersuche und Beziehungen mit anderssprachigen Personen

Auf die Frage nach ihrer Einstellung zu Partnerschaften mit Sprachbarrieren antworteten fast die Hälfte der Deutschen, dass sie offen wären, aber mit Problemen rechnen würden, während 19 Prozent sagten, dass sie die Idee gar nicht erst in Erwägung ziehen würden.

Erstaunliche Ergebnisse der neuen Umfrage

Laut aktueller Marktmessung wurden Jahr 2020 Dating-Apps weltweit von 270 Millionen Erwachsenen genutzt  – gepaart mit den Tausenden von Dating-Apps/-Websites, die heute zur Verfügung stehen, klingt der Weg zur Liebe einfach. Fragt man jedoch den durchschnittlichen Single, so wird er wahrscheinlich anderer Meinung sein.

Von den 83,2 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, ist schätzungsweise fast ein Viertel Single, und da etwa 11,4 Millionen der deutschen Bevölkerung im Ausland geboren sind, besteht für viele deutsche Alleinstehende die Möglichkeit, jemanden aus anderen Teilen der Welt kennenzulernen. Aber wie stehen die Deutschen zu Partnerschaften mit Personen, die nicht ihre Muttersprache sprechen? Um herauszufinden, wie Liebe und Sprachbarrieren zusammenpassen (oder auch nicht), hat die Sprachlern-App und E-Learning-Plattform Preply 2.000 Deutsche befragt, um das herauszufinden.

Die interessantesten Reaktionen

Die Ergebnisse haben bewiesen, dass die Partnersuche mit Sprachbarrieren einen größeren Unterschied macht, als man denken würde, da fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) zugaben, dass sie für diese Möglichkeit offen wären, aber dennoch eine Sprachbarriere als potenzielles Problem sehen würden. Von denjenigen, die eine gegenteilige Meinung vertreten, gaben nur 1 Prozent an, dass sie eine Sprachbarriere nicht als Problem oder als Hindernis ansehen würden.

Von den übrigen gaben 19 Prozent der Deutschen an, dass sie jemandem wegen einer Sprachbarriere den Laufpass geben würden. 1 von 10 derjenigen, die eine Sprachbarriere als Grund für eine Absage nannten, erklärten,  dass der Grund höchstwahrscheinlich ein Gefühl der Unzulänglichkeit oder Bevormundung wäre, wenn der potenzielle Partner oder die potenzielle Partnerin mehr als eine Sprache spricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen aufgrund einer Sprachbarriere „Schluss machen“, ist höher: 16 Prozent der Frauen würden eine Beziehung wegen einer Sprachbarriere beenden, während es bei den Männern nur 13 Prozent waren. Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen scheinen die 18- bis 24-Jährigen (Gen Z) am wenigsten offen für die Idee zu sein, sich mit jemandem außerhalb ihrer Muttersprache zu verabreden. 17 Prozent dieser Altersgruppe gaben an, dass eine Sprachbarriere für sie ein Hindernis darstellt.

Die größten Herausforderungen und die größten Highlights

Zwar gibt es in jeder Beziehung Herausforderungen, aber wenn zwei Sprachen zusammenkommen, kann das zu einer anderen Art von Herausforderung führen, z.B. wenn man nicht den gleichen Sinn für Humor hat oder kulturelle Unterschiede überwinden muss.

Ganz oben auf der Rangliste der größten Herausforderungen stehen für alle Befragten die Aussicht darauf, „ständig etwas übersetzen zu müssen“ (22 Prozent), „kulturelle Unterschiede“ (20 Prozent) und „peinliche Missverständnisse“ (19 Prozent).

Wenn es darum geht, die Familie des anderssprachigen Partners kennenzulernen, gaben 16 Prozent der Deutschen an, dass sie dies als ein weiteres wichtiges Problem ansehen würden, wobei die 18- bis 24-Jährigen (Gen Z) hiermit das größte Problem innerhalb der einzelnen Altersgruppen zu haben scheinen (17 Prozent).

Eine Beziehung mit jemandem, der aus einem anderen Land stammt, kann aber nicht nur Herausforderungen mit sich bringen, sondern auch Vorteile. Auf die Frage, was ihr größtes Highlight wäre, antworteten 40 Prozent der befragten Deutschen, dass der größte Höhepunkt einer Beziehung mit jemandem aus einem anderen Land das “Kennenlernen einer neuen Kultur” wäre. Der zweitgrößte Höhepunkt bestand für 20 Prozent der Deutschen in der Möglichkeit, zwei- oder mehrsprachige Kinder großzuziehen, wobei dies von allen Geschlechtern gleich bewertet wurde.

Während häufige Urlaubsreisen in das Land des Partners (15 Prozent) und das kostenlose Erlernen einer neuen Sprache (12 Prozent) an dritter bzw. vierter Stelle stehen, wählten nur 10 Prozent der Befragten eine stärkere körperliche Bindung als ihr Highlight.

Die Aussicht, für die Liebe ins Ausland zu ziehen

Da die meisten Dating-Apps den Singles die Möglichkeit bieten, ihren „Match“-Radius praktisch auf die ganze Welt auszudehnen, vergrößert sich der Dating-Pool und eröffnet die Chance, Singles auf der ganzen Welt zu finden. Was passiert also, wenn Amor auf der anderen Seite des Globus zuschlägt?

Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) gaben an, dass sie offen für die Idee wären, für die Liebe ins Ausland zu ziehen, aber nur 15 Prozent sind sich sicher, dass sie diesen Schritt auf jeden Fall machen würden. 

Während die Mehrheit offen für die Idee eines Umzugs wäre, wurde von einem Fünftel der Deutschen (21 Prozent) kategorisch abgelehnt, ins Ausland zu ziehen, und 14 Prozent gaben an, dass sie lieber die andere Person zum Umzug nach Deutschland überreden würden.

Wie sieht es in den einzelnen Bundesländern aus?

Anhand des Standorts der Umfrageteilnehmer haben wir untersucht, wie sich die

Einstellungen zur Liebe und zur Sprachbarriere von Bundesland zu Bundesland unterscheiden – hier die wichtigsten Erkenntnisse:

Fast die Hälfte der Befragten in Baden-Württemberg (46 Prozent) gaben an, dass die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen, für sie der Höhepunkt eines Dates mit einem Menschen aus einem anderen Land wäre.

Fast drei Viertel der Bayern (71 Prozent) finden es besonders attraktiv, wenn ein Date oder ein potentieller Partner eine andere Sprache spricht.

Die Berliner sind reiselustig, denn 23 Prozent fanden die Möglichkeit, häufig in das Land eines anderssprachigen Partners zu reisen, besonders toll!

Fast 10 Prozent der Befragten aus Brandenburger hielt das Anschauen von Fernsehen oder Filmen mit Untertiteln in einer Beziehung mit einer anderssprachigen Person für eine große Herausforderung.

Bremen ist das Bundesland, in dem das Großziehen zweisprachiger Kinder am wichtigsten war:  Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gaben an, dass dies für sie das Highlight einer Partnerschaft mit einem Menschen aus einem anderen Land ist.

Hamburg ist offen, für die Liebe umzuziehen: 70 Prozent der Hamburger Befragten würde für die Liebe ohne Zweifel in ein anderes Land ziehen.

Weniger offen für zweisprachige Beziehungen ist man dagegen in Hessen, denn hier würde fast ein Viertel (22 Prozent) jemandem den Laufpass geben, wenn die Sprachbarriere zu groß wäre.

Wo der Humor am wichtigsten ist – Nicht denselben Humor zu haben, wurde von 35 Prozent der Befragten aus Mecklenburg-Vorpommern als die größte Herausforderung in einer Beziehung mit Sprachbarrieren angesehen.

In Niedersachsen gaben 11 Prozent der Befragten an, dass sie nicht der Liebe wegen ins Ausland ziehen würden, sondern lieber ihren anderssprachigen Partner oder ihre Partnerin überreden würden, nach Deutschland zu ziehen.

Eine der größten Herausforderungen für die Menschen in Nordrhein-Westfalen ist die Angst vor  peinlichen Missverständnissen, dies gaben 17 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen zu.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist für 28 Prozent der Rheinland-Pfälzer ist die Aussicht auf ständiges Übersetzen besonders abtörnend.

Das Saarland ist das Bundesland, in dem man aller Wahrscheinlichkeit nach am wenigsten für die Liebe umziehen würde – 40 Prozent der Befragten aus dem Saarland würden nie auf die Idee kommen, der Liebe wegen in ein anderes Land umzuziehen.

Für 12 Prozent der Befragten in Sachsen ist der Höhepunkt eines Dates mit begrenzter verbaler Kommunikation die Möglichkeit einer stärkeren körperlichen Verbindung.

Sachsen-Anhalt ist am offensten, für die Liebe eine Sprache zu lernen, denn 86 Prozent der Sachsen-Anhalter geben an, dass sie definitiv die Sprache eines Partners oder einer Partnerin oder zumindest die Grundlagen erlernen würden. 

Für ein Viertel der Befragten in Schleswig-Holstein ist die Begegnung mit der Familie des Partners die größte Herausforderung in einer Beziehung mit Sprachbarrieren.

Und in Thüringen scheint man wenigsten offen dafür zu sein, für jemanden eine neue Sprache zu lernen – 37 Prozent der Befragten lehnen es entweder kategorisch ab oder sagt, es wäre sehr unwahrscheinlich, dass sie für einen Partner oder eine Partnerin eine neue Sprache lernen würden.

Einstellung zu neuen Sprachen

Auch wenn man keine Fremdsprache beherrscht, sind manche Sprachen leichter zu entziffern als andere. Das könnte daran liegen, wie „kommerzialisiert“ manche Sprachen sind oder wie sehr wir ihnen im Alltag ausgesetzt sind. Bei der Frage, welche Sprachen die Deutschen am schwersten verstehen, rangierten Mandarin, Arabisch, Spanisch und Portugiesisch an der Spitze der am schwierigsten zu verstehenden Sprachen. 

Im Gegensatz zu gängigen deutschen Stereotypen gaben 4 von 5 Befragten (77 Prozent) an, dass sie bereit wären, die Muttersprache ihres Partners zu lernen oder zumindest die Grundlagen zu erlernen. Am anderen Ende des Spektrums gaben allerdings 7 Prozent der Befragten an, dass sie dies niemals für einen potenziellen Partner tun würden.

Insgesamt ist die Mehrheit der Deutschen zwar offen für eine Beziehung mit Sprachbarrieren, aber es scheint, dass die damit verbundenen Herausforderungen und Gefühle der Unzulänglichkeit Singles zurückhalten können. Sollte sich jedoch jemals die Chance auf die wahre Liebe ergeben, bei der Sprachbarrieren eine Rolle spielen, wären deutsche Singles bereit, sich zu bemühen, dass die Liebe funktioniert.

Von Horst

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